Zurück von der Next08, hier nur erste Eindrücke in aller Kürze:
War doch wieder gut, alles in allem
Inhaltlich war es für mein Gefühl technischer und ‘geekiger’ als letztes Jahr, weniger Marketing orientiert. Was durchaus nicht negativ zu verstehen ist
Es war internationaler (ca. 50% der Vorträge waren auf englisch)
Star des Tages
war für mich ganz klar Gunter Dueck von IBM, der den Teilnehmern mit seinem witzigen, zugleich aber recht radikalen Vortrag den Rest gab:
“Warum denn Dialog?”, lautete seine Kernfrage, “wo es doch in Wahrheit um theatralische Desinformation geht”. Auf gut Deutsch: Ein Großteil der Wirtschaft hat Null Interesse an Web 2.0, Vertrauen 2.0, Marketing 2.0 etc. da Profite in erster Linie durch mehr oder minder bewusstes Abzocken der Kunden gemacht werden. “Da haben Sie mit Ihren Ideen überhaupt keine Chance”, so Dueck. Die gute Nachricht: Das wird sich allerdings irgendwann noch ändern, sobald nämlich große Teile der heutigen Wirtschaft durch neue Infrastruktur-Anbieter (Google, Amazon, Skype etc.) abgestorben sein werden, was nach Meinung von Dueck unweigerlich so kommen wird.
Er hat auch ein Buch darüber geschrieben.
Wieder mal ein schönes Beispiel für etwas, wo “Web 2.0″ draufsteht aber eigentlich genau das Gegenteil gemeint ist:
“T-Mobile und Nokia wollen künftig gemeinsam das Web 2.0 auf Mobiltelefonen vorantreiben. Web’n’walk von T-Mobile sowie Nokias Ovi sollen dafür auf allen Nokia-Mobiltelefonen vorinstalliert sein, die dann direkt erreichbar sein werden. Zudem soll der finnische Handyhersteller beim Ausbau des Community-Dienstes MyFaves von T-Mobile helfen.”
Auf der Diskurs- und Partizipationsplattform diegesellschafter.de der Aktion Mensch gibt es ab sofort auch einen Videobereich, auf dem Filme zum Thema “In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?” eingereicht werden können.
Filme mit einer maximalen Länge von 15 Minuten können in sieben verschiedenen Wettbewerbskategorien eingereicht werden. Aus einer Vorauswahl, die durch ein Online-Voting getroffen wird, bestimmt eine prominent besetzte Fach-Jury die Gewinner. Die sechs Gewinnerfilme werden mit insgesamt 20.000 Euro prämiert.
Das hat jetzt doch etwas überrascht: Tchibo hat mit “Tchibo Ideas” eine breit angelegte Plattform gestartet, auf der findige Menschen praktische Probleme aus dem Alltag formulieren können, die dann von noch findigeren Tüftlern gelöst werden dürfen. Für die besten Lösungen gibt es Preise.
Während Netwertig.com (wichtiges neues Blog btw.) jedoch die Schlüsselfrage gekonnt umschifft (oder etwas anders beantwortet) legt Exiting Commerce den Finger direkt in die Wunde: Denn natürlich ist die Gretchenfrage, was das Ganze mit Tchibo zu tun hat. Ist das jetzt wirklich nur ein “unabhängiger und in sich selbst stimmiger Webdienst,” wie Netzwertig schreibt?
Tatsächlich geht es allem Anschein nach weniger darum, die eigene Marke zu “utilisieren”, vermutlich auch nur in zweiter Linie um Marketing für Tchibo, sondern primär darum, neue Ideen für Tchibo Produkte zu generieren. Waschechtes Crowdsourcing also.
E. Commerce bemängelt dann auch zurecht, dass Tchibo das aber scheinbar nur ungern zugeben mag.
Mut oder Verzweiflung? Ich bin gespannt auf die Diskussion dazu.
Mit über 60 internationalen Topreferenten in vier parallelen Tracks und schon jetzt mehr als 700 registrierten Teilnehmern erreicht die next conference in diesem Jahr europäisches Format. Die internationale Konferenz für Unternehmer, Visionäre und Start-ups zur Zukunft und Relevanz des Webs wird zum dritten Mal nach 2006 und 2007 am 15. Mai 2008 von SinnerSchrader in Hamburg veranstaltet.
Drei Keynotes eröffnen die next08: Geraldine Wilson, Vice President Yahoo! Connected Life, stellt die mobile Strategie von Yahoo! vor. Matt Cohler, Vice President of Product Management Facebook, spricht über Facebook als Kommunikationsplattform für Marken und Konsumenten. Mike Jennings, Android Development Google, präsentiert zum ersten Mal in Deutschland die offene mobile Plattform Android.
Zu den weiteren Topreferenten zählen Joel Berger (MySpace Deutschland), Sven Dörrenbächer (Daimler), Kris Hoet (Microsoft), Steve Rubel (Edelman), Sören Stamer (CoreMedia) und Werner Vogels (Amazon). Gunter Dueck (IBM) wird mit seinen Final Thoughts den Konferenztag beschließen.
Die next08 diskutiert unter dem Leitwort “get realtime” die zentrale Herausforderung für Marken und Unternehmen: Konsumenten kommunizieren und interagieren im Web mehr und mehr in Echtzeit. Das mobile Web als Antrieb dieser Entwicklung und die Konsequenzen für Marketing, Unternehmen und Medien sind die vier Themenstränge der Konferenz.
Bei Amazon US kann man Produkte des täglichen Bedarfs regelrecht abonnieren. Man bekommt die Produkte (zB Kaffee, Cornflakes, WC Papier etc.) dann in einem wählbaren Turnus
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mit 15% Rabatt auf die gewählten Produkte
Zudem kriegt man aber vorab eine E-Mail und kann jederzeit stornieren oder den Liefertermin verschieben.
Schön, wenn Kundenbindung nicht nur eine Marketingphrase ist
Ist ja auch absolut in Ordnung, Twitter doof zu finden.
Absolut nicht in Ordnung ist es hingegen, die Nutzer auch doof zu finden und ihnen nicht den Spaß an der Sache zu gönnen. Das ist dann so diese urdeutsche Gartenzwergmentalität, die mich zum Wahnsinn treiben kann. Diese äussert sich insbesondere in diesem immer wiederkehrenden Argumentationsschema:
Leute, die etwas neues mögen (hier Twitter), mögen dies in Wirklichkeit gar nicht, sondern machen nur mit, um hip und angesagt zu sein.
Die Leute haben also gar keinen Spaß. Sie zwingen sich nur zum twittern.
Oh ja, dieser neue Spot von Sony ist wieder von der Sorte Werbung, die man sich auch freiwillig gerne ansieht. Die poetische Schaumwelle (gedreht in Miami) knüpft an die hüpfendenden Bälle aus San Francisco an. Diesmal wird für die Kamerasparte von Sony geworben. Das wirkt auf einer Kinoleinwand allerdings sicherlich viiiel besser als hier im trashy Tubenplayer: