Der Retter der Musikindustrie

9. Oktober 2008

Ich hatte es gestern schon in der WELT Kompakt gelesen, jetzt steht es auch online: Dieter Gorny möchte “Raubkopierer” mit Internetsperre bestrafen. Die WELT nennt das ein “innovatives Bestrafungsmodell”, HORIZONT rühmt Gorny dafür als “Retter der Musikindustrie”.

Gorny zieht dafür das Punktesystem aus dem Straßenverkehr und die Führerscheinsperre als Beispiel heran. Das heisst also: Für ihn ist der freie Zugang zu Informationen nicht eines der wichtigsten Grundrechte überhaupt, sondern ein besonderes Privileg, das man vom Staat exklusiv erteilt bekommen muss.

Hat man dazu noch Töne? Dass Leute wie er maßgeblich in der Medienwelt mitmischen dürfen, ist eigentlich ein Verbrechen. Die kritiklose Berichterstattung der Medien spricht aber auch Bände. Und sie ist unfreiwillig entlarvend: Denn Gorny ist eben der vermeintliche Retter der “Musikindustrie“, keinesfalls der Musik selbst.

Um was geht es hier eigentlich? Um den Schutz der Kunst oder um die Rettung einer zynischen Abzockerbranche, die obsolet geworden ist? Hoffentlich findet Gorny nicht -wie angedroht- Unterstüzung in der Politik für diesen hochgradigen Schwachsinn.

Medien, Public.Beta, Politik | Kommentare | Trackback Zum Seitenbeginn springen

Ein Kommentar zu “Der Retter der Musikindustrie”

  1. 01

    Wieder ein Thema wo ich mich richtig aufregen kann!! Warum stellt die Industrie nicht einfach alle Tracks kostenlos zur Verfügung?

    Die Künstler verdienen sowieso am meisten mit Ihren Tourneen.

    Einige US Künstler haben dies bereits vorgemacht und bieten Ihre Tracks kostenlos an!

    Nicht jeder MUSIK Fan kann sich viele Lieder leisten.

    Dietmar am 18. Dezember 2008 um 15:32
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