Netvibes Ginger - Erster Frontbericht
12. Februar 2008
So, hatte jetzt ein wenig Zeit mich mal im neuen Netvibes Ginger umzusehen. Es gibt einige grundlegende Neuheiten. Hier die wichtigsten, soweit ich das bereits überblicken kann:
Öffentliche Universen
Dieses Feature war ja schon länger angekündigt - nun ist es da. Gibt es bei vergleichbaren Services ja auch schon länger. Neben der privaten Netvibes Seite hat man jetzt eine zweite, öffentliche zur Verfügung, auf der man Ausschnitte seines Netvibes Universum der Welt zugänglich machen kann. Diese Universen sind dann auch unter knackigen URLs zu erreichen wie beispielsweise www.netvibes.com/q-bee.
Eine Art zweite Homepage also. Ein Sammelsurium der Dinge, die man im Netz so tut, für andere einsehbar. Man kann aber nur Elemente ins Universe stellen, die nicht an persönliche Accounts bei anderen Services gebunden sind. Seinen Gmail Posteingang beispielsweise kann man also nicht sharen. Gut, will man ja auch nicht.Die Universen lassen sich btw. recht komfortabel bestücken: Man kann wahlweise einzelne Module (Widgets) oder ganze Tabs in seinem Universe veröffentlichen. Aber natürlich lässt sich auch alles individuell und direkt dort verwalten.Gute Sache, könnte zu einem neuen Netzstandard werden, eine solche Seite zu pflegen.
Social Networking
Die größte Neuheit: Netvibes ist jetzt auch Social Network. Jeder Nutzer hat nun ein persönliches Profil und man kann sich gegenseitig adden bzw. followen. Hieran hängt eine ganze Menge: Denn es gibt nun sogenannte Activities. Diese bestehen zum einen darin, dass man beliebige Elemente aus seiner Netvibes Welt als Favorit markieren und auf der Plattform sharen kann.
Zudem gibt es auch Status-Updates. Daraus ergeben sich Feeds der einzelnen Nutzer oder im Ganzen ein Activity Feed der Kontakte.Die Aktivitäten im Netzwerk lassen sich auf verschiedene Arten verfolgen. Entweder auf einer neuen Ebene oberhalb der bisherigen Arbeitsfläche. Das ist quasi die neue Meta-Ebene von Netvibes. Sieht ungefähr so aus:

Oder in einem neuen Netvibes-eigenen Community Widget in der herkömmlichen Arbeitsfläche:

Mann kann aber auch den Activity-Feed einzelner User als Modul abonnieren.
Mein Netvibes Activity Feed zB ist hier:
Tcha, und hieran sieht man die ganze Richtung:
Alles Teilen. Alles!
Netvibes möchte seine Module und Widgets ins Netz entlassen. Man arbeitet hierfür wohl auch an einer Art Standard, mit dem ich mich aber noch nicht befasst habe. Mit Ginger jdfls. hat man bereits heute eine ganze Menge Möglichkeiten, seine Widgets auf der Plattform zu sharen, aber auch ausserhalb der Plattform zumindest greifbar zu machen. Man kann sie beispielsweise per Mail versenden oder direkt als vorkonfigurierten Link anbieten, so wie ich hier eben.
Soweit meine ersten Eindrücke.
Was heisst das nun alles?
Für mich ist es ein zweischneidiges Schwert. Netvibes ist ja einerseits dazu da, die Netznutzung zu vereinfachen und alles zu aggregieren, was ohnehin bereits vorhanden ist. Mit dem neuen Release aber geht Netvibes einen anderen Weg: Man kann zwar weiterhin bestehendes bündeln, gleichzeitig werden aber diverse Baustellen neu aufgerissen. Einige Funktionalitäten bietet Netvibes nämlich nun gleich selbst, wie Social Networking, Social Bookmarking, Twittern u.a. Es ist also weniger der Weg, den z.B. das Noserub Projekt gehen will.
Eine Art Doppelstrategie eher. Die könnte durchaus aufgehen. Wenn eine kritische Anzahl von Leuten aus dem eigenen Netzwerk das richtig nutzt, werden einige andere Services eigentlich überflüssig. Ich hatte hier ja schon orakelt, dass Netvibes einige andere Player frontal angreifen könnte. Und tatsächlich ist das auch so. Und in Sachen Flexibilität können da die anderen nicht mithalten. So gesehen schon ein kleiner Big Bang.
Andererseits wird die ganze Sache dadurch auch wesentlich komplexer, nicht unbedingt einfacher. Man hat jetzt noch eine weitere Metaebene, weitere Nebenbaustellen und noch wesentlich mehr Möglichkeiten. Man darf also gespannt sein. Vom Ansatz her spielt Netvibes jdfls. durchaus in der Liga Google, Facebook etc. al mit, auch wenn sich das vielleicht momentan noch nicht so richtig rumgesprochen hat. Es geht hier jdfls ganz klar um die Vorherrschaft im personalisierten, anwendungsorientierten, offenen Realtime-Netz.
Ginger liegt da gut im Rennen…




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