QR-Codes erleben Durchbruch in der Popkultur

16. Oktober 2007

Bislang fand man QR-Codes potentiell toll, hat aber (in Europa) noch auf Killeranwendungen gewartet. Jetzt kommt Bewegung in die Sache, und zwar in der Popkultur.

Aber der Reihe nach: QR-Codes (Quick Response Codes) sind, kurz gesagt, abstrakte Muster, die codierte Informationen enthalten, in der Regel eine URL. Man fotografiert solch einen Code einfach mit dem Handy ab, und wird dann automatisch zu einer hinterlegten Webseite geleitet. Anders gesagt also: Es sind Links zu Informationen, die praktisch überall in der realen (und virtuellen) Welt angebracht werden können.

Und wer hat sich jetzt des Themas angenommen? Die Pet Shop Boys, die Veteranen und Altmeister der avangardistischen Popkultur. Das passt irgendwie. Im neuen Song “Integral” geht es um den schleichenden Verlust von Bürgerrechten in der Gesellschaft 2.0. In diesem Zusammenhang ist es ein genialer Schachzug, QR-Codes als Stilmittel aufzugreifen, um die Botschaft zu visualisieren. Und das geht so:

Im Videoclip zum Song sind etliche QR-Codes enthalten:

petvideo.png

Hält man das Video nun an und durchläuft es Bildweise mit dem Timeslider, hat man Zugriff auf die Codes, die weiterführende Links zum Thema des Songs enthalten. OK, die Umsezung ist in sofern Quatsch, als dass man viel einfacher mit der Maus direkt auf Links im Video klicken könnte. Sieht man das Video hingegen im TV, ist es mit dem Anhalten des Films etwas schwierig. Und von der Mobile Version des Videos kann man ja die Codes nicht gleichzeitig noch abfotografieren. Zudem ist die Bedienung in der Webversion schwierig, weil der Standbildmodus im Video nicht richtig funktioniert.

Aber alles ganz egal: Es zählt die Idee, die Botschaft, die Innovation. Und die sorgt für Aufregung, das haben die P-Boys auf ihre alten Tage mal wieder geschafft: Die SPEX, Deutschlands Leitmagazin für Popkultur mit Kunstapproach hat sogleich einen QR-Code auf den Titel genommen:

988.jpg

Diese neue Technologie ist somit also in der Popkultur angekommen. Die Zeichen stehen jetzt auf grün!

Links:

Das Video zu Integral.

Infos zum Song und zum Video. 

Spex Interview mit Thomas Rope, einem der Macher des Videos.

Alles über Kaywa QR-Codes und den Code-Reader fürs Handy.

Mobile, Zukunft, Entertainment, Hybrid-Web, Mensch/Maschine | Kommentare | Trackback Zum Seitenbeginn springen

3 Kommentare zu “QR-Codes erleben Durchbruch in der Popkultur”

  1. 01

    Sehr gut gemacht. Übrigens, man muss nicht unbedingt das Video anhalten – Handy liest die Codes auch beim abspielen ab. Hab\\\\\\\\\\\\\\\’ gerade ausprobiert – es ist echt beeindruckend. Und »Erkenntnisschnittstelle« ist ein passender Begriff dafür…

    consta am 16. Oktober 2007 um 23:20
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  2. 02

    aha, das ist natürlich auch gut.

    Christian Münch am 17. Oktober 2007 um 09:29
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  3. 03

    Interessant finde ich in dem Zusammenhang auch das Projekt Semapedia: http://semapedia.org

    mirko am 21. Oktober 2007 um 22:37
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