Buena la Vista, Baby
Uiuiui, da ist aber einer ordentlich ins Fettnäpfchen getreten! Normalerweise versuche ich ja, diese unsäglichen, selbtreferenziellen Blogger-Diskussionen weder zu verfolgen, noch zu kommentieren. Aber jetzt bin ich zufällig über eine gestolpert - und muss zugeben: Ich kann mich einer gewissen Schadenfreude nicht erwehren.
Patrick Breitenback aka der Werbeblogger, hat ebendort mit großem Tamtam das "radikal-reduktionistische" Interims-Layout seines neuen Arbeitgebers Buena la Vista angekündigt. Inklusive "wir-machen-auch-ein-Blog-und-wollen-den-konstruktiven-Dialog-etc-pp."
Nun hat ihn praktisch in Echtzeit einer seiner eigenen Blogleser darauf hingewiesen, das dieses Layout dem der renommierten Topagentur MetaDesign verdammt ähnlich sieht. Genau genommen ist es nahezu identisch. Sowas ist mindestens unglücklich, für eine Agentur aber schon wirklich peinlich. Aber das ist eher noch das kleinere Problem.
Das größere ist, dass Breitenbach die Geister, die er selbst gerufen hat, nicht mehr los wird. Im Werbeblogger fliegen ihm die hämischen Kommentare nämlich nur so um die Ohren. Es handelt sich dabei um genau die Art von Fall, die der Werbeblogger sonst voller Hohn und mit stets erhobenem Experten-Zeigefinger begleitet: Ein kleiner PR-Gau in der Bloggosphäre.
Für einen selbsternannten Propheten der Blog-PR, der Krisenkommunikation und des Marketings überhaupt ist das doppelt peinlich. Wirklich bitter. Und er gibt keine sehr gute Figur darin ab, zur Abwechslung mal auf der anderen Seite der Schusslinie zu stehen. Und auch für den neuen Arbeitgeber ging der Schuß komplett nach hinten los - von der Beratungskompetenz gegenüber den Kunden ganz zu schweigen.
Ich möchte jedenfalls jetzt nicht in seiner Haut stecken.
Mehr zu dieser Diskussion sicher bald bei Technorati.


2 Comments:
Ich fürchte du misinterpretierst die Lage etwas - auch wenn ich anscheinend damit wieder meinen Zeigefinger rausholen muss.
Es ist unmöglich es allen Recht zu machen. Es ist unmöglich, dass einem alle glauben. Betrachtet man aber die Diskussionen bei Technorati, so wird die Diskussion äußerlich ganz anders geführt. Anonyme Schadenfreude (ich lasse sie jedem, denn ich weiß wie schön sie ist) kann ich in der Tat nur in den Kommentaren entdecken und das kann/darf ich auch niemanden übel nehmen, denn viele interpretieren das nun als "Zahltag", um mir endlich so einiges an Häme zurückzuschießen. Und klar, ich hätte ähnlich reagiert. Allerdings wenn jemand auf mich zu kommt und mir das erklären will, dann höre ich auch zu. Immer. Den Schuh zieh ich mir gewiss nicht an. Das ist der große Unterschied. Ich habe sehr oft auch meine Meinung geändert.
Doch es ist müßig darüber zu diskutieren, wenn Meinungen so festgefahren sind. Denn jetzt könnte man mir wieder "um den heissen Brei reden" vorwerfen (egal ob das stimmt oder nicht)
Ich jedenfalls habe kein schlechtes Gewissen. Ja, es ist ein kleiner PR-Gau, ja wir sind dabei zu reagieren, wir lassen das nicht ruhen. Allerdings ist nicht alles bloß schwarz oder weiß. Es ist auch keine Krise von Patrick Breitenbach, sondern eine Situation der gesamten Agentur mit all ihren Mitarbeitern. Großer Unterschied.
Was die Beraterleistung angeht: Ich lerne gerne täglich dazu. War noch nie der Typ, der behauptet des Weisheits letzten Schluss zu kennen. Wer meine Ansätze zu Blogs kennt, der wird das auch erkennen. Es ist ein flüssiger Prozess, da ändert sich zwangsläufig alles. Das macht für mich übrigens einen guten Berater aus. Zumal am Ende einer Krise abgerechnet wird. Mittendrin schon Fazits abzugeben ist schon mehr als schwierig.
Trotzdem danke für deinen Beitrag.
Jo, und danke für die Replik. Ich wusste, dass die kommen würde ;-)
Genau genommen ist es auch weniger Schadenfreude als eine Art von Mitgefühl. Denn ich sehe den von Dir vertretenen Grundansatz ja prinzipiell ähnlich.
Ich finde es halt nur Schade, dass der Werbeblogger in den letzten Jahren von einem ehemals guten Fachblog etwas zu sehr in eine -für meine Begriffe- teilweise recht selbstgefällige Schiene hat ziehen lassen. Aber das bringt das Bloggen wohl irgendwie mit sich.
Das gilt übrigens auch für die Ankündigung des ganzen Themas durch dich. Das war mir dann doch etwas viel Blabla für eine genau genommen doch recht einfache Idee für ein kleines Projektchen.
Aber anyway... War ja ohnehin nur eine Randbemerkung. Wir ziehen ja alle unsere Lehren aus sowas...
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