Facebook in echt
2. Mai 2008
Facebook im echten Leben, via Felix:
Wieder mal ein schönes Beispiel für etwas, wo “Web 2.0″ draufsteht aber eigentlich genau das Gegenteil gemeint ist:
“T-Mobile und Nokia wollen künftig gemeinsam das Web 2.0 auf Mobiltelefonen vorantreiben. Web’n’walk von T-Mobile sowie Nokias Ovi sollen dafür auf allen Nokia-Mobiltelefonen vorinstalliert sein, die dann direkt erreichbar sein werden. Zudem soll der finnische Handyhersteller beim Ausbau des Community-Dienstes MyFaves von T-Mobile helfen.”
Müssen wir also weiter auf Android warten, wenn die anderen zu blöd beschäftigt zum Nachdenken sind.
Auf der Diskurs- und Partizipationsplattform diegesellschafter.de der Aktion Mensch gibt es ab sofort auch einen Videobereich, auf dem Filme zum Thema “In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?” eingereicht werden können.
Filme mit einer maximalen Länge von 15 Minuten können in sieben verschiedenen Wettbewerbskategorien eingereicht werden. Aus einer Vorauswahl, die durch ein Online-Voting getroffen wird, bestimmt eine prominent besetzte Fach-Jury die Gewinner. Die sechs Gewinnerfilme werden mit insgesamt 20.000 Euro prämiert.
Kostprobe:

Das hat jetzt doch etwas überrascht: Tchibo hat mit “Tchibo Ideas” eine breit angelegte Plattform gestartet, auf der findige Menschen praktische Probleme aus dem Alltag formulieren können, die dann von noch findigeren Tüftlern gelöst werden dürfen. Für die besten Lösungen gibt es Preise.
Während Netwertig.com (wichtiges neues Blog btw.) jedoch die Schlüsselfrage gekonnt umschifft (oder etwas anders beantwortet) legt Exiting Commerce den Finger direkt in die Wunde: Denn natürlich ist die Gretchenfrage, was das Ganze mit Tchibo zu tun hat. Ist das jetzt wirklich nur ein “unabhängiger und in sich selbst stimmiger Webdienst,” wie Netzwertig schreibt?
Tatsächlich geht es allem Anschein nach weniger darum, die eigene Marke zu “utilisieren”, vermutlich auch nur in zweiter Linie um Marketing für Tchibo, sondern primär darum, neue Ideen für Tchibo Produkte zu generieren. Waschechtes Crowdsourcing also.
E. Commerce bemängelt dann auch zurecht, dass Tchibo das aber scheinbar nur ungern zugeben mag.
Mut oder Verzweiflung? Ich bin gespannt auf die Diskussion dazu.
Ich bin auch dieses Jahr wieder dabei auf der
Mit über 60 internationalen Topreferenten in vier parallelen Tracks und schon jetzt mehr als 700 registrierten Teilnehmern erreicht die next conference in diesem Jahr europäisches Format. Die internationale Konferenz für Unternehmer, Visionäre und Start-ups zur Zukunft und Relevanz des Webs wird zum dritten Mal nach 2006 und 2007 am 15. Mai 2008 von SinnerSchrader in Hamburg veranstaltet.
Drei Keynotes eröffnen die next08: Geraldine Wilson, Vice President Yahoo! Connected Life, stellt die mobile Strategie von Yahoo! vor. Matt Cohler, Vice President of Product Management Facebook, spricht über Facebook als Kommunikationsplattform für Marken und Konsumenten. Mike Jennings, Android Development Google, präsentiert zum ersten Mal in Deutschland die offene mobile Plattform Android.
Zu den weiteren Topreferenten zählen Joel Berger (MySpace Deutschland), Sven Dörrenbächer (Daimler), Kris Hoet (Microsoft), Steve Rubel (Edelman), Sören Stamer (CoreMedia) und Werner Vogels (Amazon). Gunter Dueck (IBM) wird mit seinen Final Thoughts den Konferenztag beschließen.
Die next08 diskutiert unter dem Leitwort “get realtime” die zentrale Herausforderung für Marken und Unternehmen: Konsumenten kommunizieren und interagieren im Web mehr und mehr in Echtzeit. Das mobile Web als Antrieb dieser Entwicklung und die Konsequenzen für Marketing, Unternehmen und Medien sind die vier Themenstränge der Konferenz.
Kannte ich noch nicht: Amazon Subscribe & Save.
Bei Amazon US kann man Produkte des täglichen Bedarfs regelrecht abonnieren. Man bekommt die Produkte (zB Kaffee, Cornflakes, WC Papier etc.) dann in einem wählbaren Turnus
Zudem kriegt man aber vorab eine E-Mail und kann jederzeit stornieren oder den Liefertermin verschieben.

Ich habe mir die Beta von Skype Mobile gerade auf meinem Nokia N95/2 installiert. Funktioniert! Super Sache…
Mehr dazu bei zweinull.cc
Mit dem enormen “zweiten Frühling”, den Twitter zumindest in Deutschland gerade erlebt, grassiert auch das Twitterbashing.
Ist ja auch absolut in Ordnung, Twitter doof zu finden.
Absolut nicht in Ordnung ist es hingegen, die Nutzer auch doof zu finden und ihnen nicht den Spaß an der Sache zu gönnen. Das ist dann so diese urdeutsche Gartenzwergmentalität, die mich zum Wahnsinn treiben kann. Diese äussert sich insbesondere in diesem immer wiederkehrenden Argumentationsschema:
Leute, die etwas neues mögen (hier Twitter), mögen dies in Wirklichkeit gar nicht, sondern machen nur mit, um hip und angesagt zu sein.
Die Leute haben also gar keinen Spaß. Sie zwingen sich nur zum twittern.
Das klingt irgendwie fast schon nach Papst.
Oh ja, dieser neue Spot von Sony ist wieder von der Sorte Werbung, die man sich auch freiwillig gerne ansieht. Die poetische Schaumwelle (gedreht in Miami) knüpft an die hüpfendenden Bälle aus San Francisco an. Diesmal wird für die Kamerasparte von Sony geworben. Das wirkt auf einer Kinoleinwand allerdings sicherlich viiiel besser als hier im trashy Tubenplayer:
Radical Advertising - Paradigmenwechsel in der Werbung
heisst eine Ausstellung im Medienforum Düsseldorf, die am 05.04.2008 gestartet ist.
Mit diesem “Paradigmenwechsel” ist nicht nur die 2.0-Dialog-Vernetzungs-Debatte gemeint, sondern auch der Wandel von Werbebotschaften und -formen seit Ende der 80er Jahre:
Unter dem Vorzeichen der Globalisierung werden die 90er Jahre des 20sten Jahrhunderts zum Jahrzehnt der No-Logo-Bewegung und des Adbusting – ein Angriff auf die Vermüllung der semiotischen Umwelt mit Werbebotschaften.
Geradezu federführend dabei war die Modeindustrie: sie verkaufte es nicht nur als chic, gehijackte Logos zu tragen, sondern bediente sich in ihren Werbeauftritten auch erfolgreich der Techniken der Antiwerbung. Und wird damit zu einem Vorreiter eines radikal gewandelten Werbeverständnisses, das die Angriffe politischer wie künstlerischer Positionen auf die globale Werbung erfolgreich in Kampagnen inkorporiert. Die Ausstellung zeigt die Adbuster Kampagnen und die kritischen Kunstreflexionen von Künstlern wie Jeff Koons, Damien Hirst, Cindy Sherman und Daniele Buetti ebenso wie die meinungsbildenden Kampagnen von Benetton, Sisley oder Diesel, von Calvin Klein oder Comme des Garcons.
Die Globalisierung zeitigt aber seit den 90er Jahren auch einen fundamentalen Wandel im Media-Konsum der Verbraucher. Auf den Mediaoverkill durch die totale Fragmentierung des Fernsehens, durch Web, Mobilfunk und Instant Messaging antwortet die Werbung mit einer zweiten ebenso radikalen Volte im 21. Jahrundert: sie entfernt sich von der Massenkommunikation und spricht den einzelnen dort an, wo sie ihn erreicht. Die Beziehung zum Konsumenten wandelt sich vom Passiven zum Aktiven. Buzz-Marketing, Guerilla- und Ambient-Werbung, Web2.0 erfinden den teilnehmenden Consumer. Die Ausstellung baut dazu spektakuläre Ambient Werbeauftritte dreidimensional nach und führt in die Werbewelt des Web2.0. und auf Youtube.
Erste Eindrücke in der Online Ausstellung.
Ich glaube, von der lahmen Web-Umsetzung der Ausstellung sollte man sich nicht abschrecken lassen…
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